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What is Promethean Politics?

Published in Theory on 30.04.2018


von Dennis Graemer

Das Manifest

Linke Politik der 90er und frühen 00er Jahre war durch einen tiefgreifenden Defätismus geprägt. Nicht nur die sozialdemokratischen Parteien, auch die radikale Linke hatte das von Francis Fukuyama proklamierte Ende der Geschichte akzeptiert. Insgeheim war allen klar, dass mit einer Realisierung des Sozialismus nicht zu rechnen ist. Nach Reagan, Thatcher, Stalinismus und Mauerfall waren Revolution und Abschaffung des Kapitalismus keine Ziele mehr, auf die man ersthaft hinarbeitete, vielmehr dienten diese Schlagworte nur noch der Beruhigung des eigenen Gewissens angesichts einer tiefen Ohnmacht. Wenigstens auf der theoretischen Ebene konnte man sich durch das Bekenntnis zum ganz Anderen vom allgegenwärtigen Elend abgrenzen und auf diese Weise verdrängen, dass man doch Teil jener Maschinerie war, deren einziges Ziel die Reproduktion des Kapitals darstellt. Im Widerspruch zwischen den hochtrabenden Ansprüchen jener kritischen Theorie und der limitierten Reichweite einer wenig ambitionierten Praxis offenbarte sich der theoretische und psychologische Bankrott der Linken. Die Flucht in individualanarchistische Kleingärtnerei, postmoderne Identitätspolitik, sektiererische Marx-Lesekreise und im Kern neoliberale, sozialdemokratische Reformparteien sind allesamt Ausdrucksformen dieses Bankrotts.

Doch mit der Wirtschaftskrise von 2007/2008 steht der Kapitalismus abermals zur Disposition. Die gesellschaftlichen Widersprüche verschärfen sich auch in westlichen Industrienationen, die Unzufriedenheit wächst. Wie muss die Linke mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen? Wie kann es ihr gelingen, aus einer hoffnungslosen Defensive auszubrechen und die Initiative an sich zu reißen? Wie muss sie sich in Bezug auf die Komplexität einer modernen, globalisierten Welt verhalten? Wie sieht eine Strategie aus, die nicht nur auf den Erhalt temporärer Freiräume und die Forderung nach marginalen Verbesserungen des Status Quo hinausläuft, sondern stattdessen aktiv auf die Abschaffung des Kapitalismus hinarbeitet? Kurz, wie kann die Linke aufhören, zu verlieren, und anfangen, ihre Utopien wirklich umzusetzen?

Mit der Veröffentlichung des Manifests für eine akzelerationistische Politik im Jahr 2013 versuchten der Politologe Alex Williams und der Philosoph Nick Srnicek, diese Fragen zu beantworten. Das Werk stellt fundamentale Doktrinen der gegenwärtigen radikalen Linken westlicher Industrienationen in Frage und schlägt eine zukunftsorientierte Politik vor, die sich in einer Moderne der Abstraktion, Komplexität, Globalität und Technologie zu Hause fühlt. Das Erscheinen des Manifests löste eine lebhafte Debatte aus. Es fehlten weder kritische Stimmen, — beispielhaft sei hier McKenzie Warks genannt, dessen bekannteste Werke A Hacker Manifesto und Gamer Theory darstellen — noch mangelte es an Lobreden, etwa durch den prominenten Theoretiker Antonio Negri. Auch im Internet wurde der Akzelerationismus nach Srnicek und Williams intensiv diskutiert. Dabei fällt jedoch vor allem auf, dass es immer wieder zu vermeidbaren Missverständnissen kommt. Diese Tatsache ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Term Akzelerationismus, den Benjamin Noys in seinem Werk Malign Velocities als Bezeichnung für die Ideen Nick Lands geprägt hat, durch Srnicek und Williams als Label für ihre eigenen Überlegungen verwendet wurde. Doch obwohl der Einfluss Lands auf das Manifest für eine akzelerationistische Politik nicht geleugnet werden kann, geht das Werk in zentralen Punkten in eine diametral andere Richtung als das Denken jenes exzentrischen Gurus, der sich in den 90ern durch seine provokativen Aktionen und Texte einen Namen machte.

So wird unter dem Schlagwort Akzelerationismus oftmals eine Theorie verstanden, deren entscheidendes Merkmal darin bestehe, im Sinne altbekannter Verelendungstheorien auf die maximale Entfaltung des Kapitalismus und damit auch die größtmögliche Verelendung der Massen hinzuarbeiten. Gemäß dieser Lesart sei es das Anliegen des Akzelerationismus, die kapitalistische Dynamik so weit zu treiben, dass sie an ihren eigenen Widersprüchen zugrunde geht. Das Problem mit dieser Interpretation besteht schlicht und einfach darin, dass de facto niemand eine solche Position vertritt. Nick Land etwa will den Kapitalismus nicht zum Zusammenbruch bringen, sondern als Selbstzweck intensivieren, da er technischen Fortschritt und Kapitalismus als untrennbare Einheit betrachtet; Srnicek und Williams dagegen kritisieren Lands Gleichsetzung von Kapitalismus und Moderne. Sie erkennen, dass der Kapitalismus mittlerweile keinen Motor des Fortschritts mehr darstellt, sondern vielmehr die volle Entfaltung unseres technischen Potenzials hemmt. Das Projekt der Moderne sei nicht mit, sondern nur gegen den Kapitalismus zu vollenden. Die Idee lautet, dass eine mit dem Projekt der Moderne verbundene Politik nötig ist, um den neoliberalen Kapitalismus durch einen befreienden, gerechten, einnehmenden und nützlichen Postkapitalismus zu ersetzen, gegen das Projekt des Neoliberalismus und Kapitalismus.

Es ist notwendig, das prometheische Programm Srniceks und Williams' unabhängig von Lands an Gilles Deleuze und Felix Guattari orientierten Schriften zu bewerten. Dabei sollen drei Kernaspekte des Linksakzelerationismus bzw. Prometheismus in den Mittelpunkt gerückt werden: die Forderung nach einer Affirmation gesellschaftlicher Komplexität und Technologie, die Idee der epistemischen Akzeleration, und zuletzt die Forderung nach einer strategischen Neuausrichtung der radikalen Linken.

Moderne und Komplexität

Große Teile der radikalen Linken identifizieren die komplexe Natur der industrialisierten und globalisierten Technogesellschaft mit dem Kapitalismus selbst. Moderne und Kapitalismus, Fortschritt und Mehrwert, Technologie und Profit seien untrennbar miteinander verbunden. In alle existierenden sozialen Institutionen und technischen Apparate sei das Wesen des kapitalistischen, auf Ausbeutung und Unterdrückung basierenden Systems bereits eingeschrieben, so dass diese für den Aufbau einer besseren Welt nicht nutzbar seien. Diese Gleichsetzung nimmt in vielen Fällen wahnhafte Züge an. Für Alexander Galloway ist die Mathematik selbst kapitalistisch — eine Ansicht, die bereits von Joseph Stalin vertreten wurde — und das berüchtigte Unsichtbare Komitee schreibt in seinem viel diskutierten Manifest Der kommende Aufstand:

Die Macht konzentriert sich nicht mehr an einem Punkt der Welt, sie selbst ist diese Welt, ihre Flüsse und Straßen, ihre Menschen und Normen, ihre Codes und Technologien. Die Macht ist die Organisation der Metropole selbst. Sie ist die makellose Totalität der Warenwelt in all ihren Punkten.

Alex Williams fasst diese absurde Totalitätsvorstellung, die überhaupt nur unter den Bedingungen hermetischer Isolation innerhalb autonomer Zentren, bedingt durch ein Klima gesellschaftlicher Irrelevanz und intellektueller Verantwortungslosigkeit entstehen konnte, mit der Phrase alles ist Kapitalismus zusammen. Wer so denkt, fordert konsequenterweise die Liquidierung der Moderne insgesamt. Meltdown als feuchter Traum spätpubertärer RebellInnen. Das insurrektionistische, primitivistische Denken jener antimodernistischer StraßenkämpferInnen, die den kommenden Aufstand zum neuen Programm der radikalen Linken erheben wollen, unterscheidet sich nur in Details von Kaczynskis Idee eines terroristischen Kreuzzugs zur Abschaffung der industriellen Zivilisation, die als Inspiration für Chuck Palahniuks Roman Fight Club diente.

Doch würde die Menschheit auf den Einsatz moderner Technologie und komplexer gesellschaftlicher Interdependenz verzichten — wenn auch nur teilweise — dann hätte dies notwendigerweise den Tod von Milliarden zur Folge. Denn es ist nur die Produktivität einer komplexen Technogesellschaft, die die Ernährung des Großteils der derzeitigen Weltbevölkerung möglich macht. Die Populationen von Guangzhou, Los Angeles und Berlin können sich nicht durch Kleingärtnerei am Leben erhalten. Die Forderung nach dem Verzicht auf moderne Maschinerie und Infrastruktur ist die Forderung nach einem in der bisherigen menschlichen Geschichte ungekannten Omnizid.

Fakt ist auch: moderne Technologie und Zivilisation haben umfassende Möglichkeiten individueller und kollektiver Befreiung geschaffen. Industrie und Globalisierung ermöglichen eine massive Reduktion von Arbeit und Mühe zu Gunsten von Freizeit und politischer Partizipation. Die moderne Medizin rettet täglich unzählige Leben und könnte noch deutlich mehr Menschen vor dem Tod bewahren, wenn sie im Rahmen eines sozialistischen Weltsystems allen zu Verfügung stehen würde. Wer diese lebensrettende und das Leben bereichernde Emanzipation vom Naturzwang als künstlichen Überfluss bezeichnet, wie es die AutorInnen des kommenden Aufstandes tun, hat zugunsten nekrophiler Barbarei den Bruch mit allen linken Idealen vollzogen.

Es sind nicht die modernen Technologien an sich, die Armut und Elend produzieren, sondern nur ihre gegenwärtige Verwendung unter kapitalistischen Bedingungen. Marx und Engels forderten nicht die Zerstörung der Fabriken und die Rückkehr in vormodernes Elend, sondern die Vergesellschaftung der bestehenden Produktionsmittel. Die Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit eines Teils der gegenwärtigen Linken steht im direkten Kontrast zur marxistischen Sichtweise auf Technologie und Automatisierung. Rosa Luxemburg beispielsweise, die normalerweise jeden Arbeitskampf zur Verbesserung der Lage der arbeitenden Klasse befürwortet, macht eine Ausnahme bei solchen Streiks, die sich gegen die technische Entwicklung der Produktivkräfte, gegen die Einführung neuer Maschinen richten:

Insofern sich die Gewerkschaft in die technische Seite der Produktion einmischen kann, kann sie offenbar nur im letzteren Sinne, d. h. im Sinne der direkt interessierten einzelnen Arbeitergruppe handeln, also sich Neuerungen widersetzen. In diesem Falle handelt sie aber nicht im Interesse der Arbeiterklasse im ganzen und ihrer Emanzipation, die vielmehr mit dem technischen Fortschritt, d.h. mit dem Interesse des einzelnen Kapitalisten übereinstimmen, sondern gerade entgegengesetzt, im Sinne der Reaktion.

Epistemische Akzeleration

Spätestens mit den fatalen Erfahrungen des Katastrophenzeitalters ab 1914 sind die Ideen von Aufklärung und Moderne, also Rationalität, Abstraktion und universalistischer Anspruch, bei weiten Kreisen diskreditiert. Die optimistischen Glücksversprechen von Liberalismus und Sozialismus hatten sich nicht erfüllt, stattdessen kamen Wirtschaftskrisen und Kriege über die Menschheit. Der Fortschritt der Technologie realisierte keine Utopie des Überflusses, sondern fand seinen Ausdruck in den mit Leichen übersäten Mondlandschaften vor Verdun. Die Idee universeller Menschenrechte konnte nicht verhindern, dass ProletarierInnen, Frauen und nichtweiße Personen von der gesellschaftlichen Partizipation ausgeschlossen wurden — teilweise wurde die universalistische Idee einer mit transkulturellem Anspruch auftretenden, industrialisierten Globalzivilisation sogar als Legitimationsbasis für koloniale Unterdrückung und Ausbeutung missbraucht.

Während objektive Vernunft, universelle Menschenrechte und wissenschaftliche Erkenntnis im 18. und 19. Jahrhundert als Waffen gegen überkommene Traditionen und irrationale Herrschaft ins Feld geführt wurden, konnte fortan von linker Seite aus der Vorwurf der Komplizenschaft mit eben jener Herrschaft erhoben werden. In gemäßigter Form können wir dieses Denken etwa bei Max Horkheimer beobachten, der in Traditionelle und kritische Theorie die instrumentelle Vernunft kritisiert, deren Fetischisierung er den bürgerlichen Wissenschaften vorwirft. Weitaus radikaler ist der Angriff Jean-Francois Lyotards auf die großen Erzählungen der Moderne. Im Gegensatz zur kritischen Theorie Horkheimers und Adornos, die sich trotz ihrer Kritik an den positivistischen Wissenschaften positiv auf das Erbe der Aufklärung bezieht, wird der Universalismus der Vernunft von Lyotard gänzlich abgelehnt. Die Diffusion dieses Denkstils in die radikale Linke kann nicht geleugnet werden — weite aktivistische Kreise pflegen seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein feindliches Verhältnis zu Technogesellschaft, Komplexität und empirischer Wissenschaft.

Die philosophische Grundlage einer prometheischen Politik besteht demgegenüber in der Erkenntnis, dass das Programm des klassischen Modernismus zwar nicht in alter Form wiederbelebt werden sollte, seine fundamentalen Grundsätze durch eine emanzipatorische Politik jedoch nicht über Bord geworfen, sondern affirmiert werden müssen.

Die Absage an die Idee rationaler Erkenntnis ist eine Absage an die Möglichkeit gesellschaftlicher Transformation überhaupt. Jede menschliche Handlung basiert auf der Annahme regelhafter Zusammenhänge in der Welt. Selbst wer durstig aufsteht, um ein Glas Wasser zu holen, handelt auf der Grundlage theoretischer Erkenntnis im weiteren Sinne, denn nur der Glaube, dass das Glas Wasser den Durst löscht, motiviert die Ausführung der Handlung. Praxis ist immer ein Mittel zu einem Zweck und setzt damit Wissen um die Beziehung zwischen Zweck und Mittel voraus. Dies gilt auch für die politische AktivistIn. Sie ist in doppelter Weise von der Erkenntnis der Wirklichkeit abhängig: Wer ein politisches Problem identifiziert, muss zunächst ermitteln, worin die Ursachen dieses Problems bestehen — ansonsten kann nicht festgestellt werden, wie es sich aus der Welt schaffen lässt. Wenn Marx beispielsweise die Ursache der Armut in der Logik des Kapitalismus selbst, dem Auseinanderfall von Tausch- und Gebrauchswert verortet, dann handelt es sich dabei um eine wissenschaftliche Analyse mit Wahrheitsanspruch. MarxistIn sein heißt, diese Analyse für rational zu halten. In diesem Sinne ist die Möglichkeit sinnvoller politischer Praxis direkt an die Möglichkeit rationaler Erkenntnis gekoppelt. Zugleich muss jede AktivistIn auch den korrekten Weg zur Durchsetzung ihrer Ziele identifizieren. Strategien und Taktiken basieren als aktive Handlungen im oben charakterisierten Sinne auf dem Erkennen von Zweck-Mittel-Relationen. Wer Flugblätter verteilt, einen Streik losbricht oder eine Protestaktion startet, tut dies in dem Glauben um die Wirksamkeit dieser Aktionsformen. Nun ist es möglich, in Bezug auf die Frage nach wirksamen Formen der Praxis zu irren. AnarchistInnen und StalinistInnen, SozialdemokratInnen und Revolutionäre können nicht gleichermaßen Recht haben. Es ist für die Linke also von unmittelbarer praktischer Relevanz, die Frage nach der Wahrheit der theoretischen Grundlagen verschiedener strategischer Konzepte als offene Frage ernst zu nehmen. Sie kann nicht durch den Verweis auf a priori gültige, luftige Ideale, sondern nur durch das schonungslose Studium der empirischen Wirklichkeit beantwortet werden. Es geht, um es mit Alex Williams zu sagen, darum, theoretische Reflexion und empirische Analyse zur Beschreibung spezifischer adäquater Methoden und Mittel anzuwenden, mit deren Hilfe neue und andere Zukünfte unter Verwendung der uns zur Verfügung stehenden politischen, sozialen, ökonomischen und technischen Ressourcen entworfen werden können, also vermittels einer Art politischer Epistemologie zu denken, die ein langfristiges politisches Projekt stützen könnte. Indem er das Verhältnis von Politik, Erkenntnistheorie und Wissenschaft auf diese Weise bestimmt, trägt der Linksakzelerationismus bzw. Prometheismus der abduktiv-prognostischen, spekulativen Natur jeder politischen Handlung Rechnung. Strategie verfolgt den Zweck, festzustellen, wie ein in der Zukunft liegendes Ideal durch bewusste Interventionen in der Gegenwart realisiert werden kann. Ein strategisches Konzept muss daher mit der gleichen Gewissenhaftigkeit geprüft und verfeinert werden wie eine Trägerrakete für den Flug auf den Mars.

Natürlich kann es in der empirischen Forschung keine absolute Sicherheit geben. Jede Theorie, die Prognosen über die Zukunft aufstellt — das wissen wir spätestens durch David Hume — kann sich als falsch herausstellen. Wer aber nur die Optionen sicheres Wissen und arbiträres Raten zulässt, fällt einem fehlgeleiteten Alternativradikalismus zum Opfer.

Der Prometheismus akzeptiert die vom Postmodernismus immer wieder ins Feld geführte und bereits von Positivisten wie Rudolf Carnap anerkannte Tatsache, dass keine Theorie die Realität vollumfänglich erfassen kann. Jedoch stellt er auch fest, dass theoretische Modelle trotz ihres immer vorläufigen und zugleich unvollständigen Charakters als Navigationskarten für praktisches Handeln sowohl unerlässlich als auch hocheffizient sind. Alex Williams dazu:

Die Politik jedoch auf die bloße Aufgabe des Herumprobierens zu reduzieren, würde bedeuten, die uns zur Verfügung stehenden theoretischen und empirischen Ressourcen zu ignorieren — Ressourcen, die, auch wenn sie den Reichtum des sozialen oder politischen Realen nicht erschöpfen, dazu dienen können, kognitive Karten oder Bezugssysteme zu erstellen, die das Navigieren in dieser Komplexität erleichtern.

Oftmals wird die Möglichkeit, eine solche Karte zu erstellen, mit dem Verweis auf die emergente Komplexität gesellschaftlicher Strukturen, insbesondere unter den Bedingungen eines weltumspannenden Kapitalismus in Frage gestellt. Die (moderne) Gesellschaft sei an sich so komplex, dass jeder Versuch, sie auch nur im Ansatz theoretisch zu erfassen, zum Scheitern verurteilt sei. So argumentieren nicht nur PrimitivistInnen und AussteigerInnen wie etwa der gefürchtete Unabomber Theodore Kaczynski, dessen erklärtes Ziel in der Abschaffung einer undurchschaubaren und vom Menschen verselbstständigten Industriegesellschaft bestand, sondern auch neoliberale Ideologen wie Ludwig von Mises und Friedrich Hayek. Wenn wir Ökonomie und Gesellschaft ohnehin nicht verstehen können, können wir sie auch nicht bewusst planen.

Demgegenüber will sich der Prometheismus der zugegebenermaßen nicht einfachen Aufgabe einer Kartierung des bestehenden Systems stellen. Im Manifest für eine akzelerationistische Politik heißt es dazu:

Wenn wir auch nicht das genaue Resultat unserer Handlungen vorhersehen können, so können wir doch ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Ergebnisse eintreten werden. An eine derart komplexe Systemanalyse muss eine neue Form des politischen Handelns geknüpft werden: improvisatorisch und in der Lage, mit den erst im Laufe des Handelns erkennbaren Unwägbarkeiten umzugehen — eine Politik der geosozialen Kunstfertigkeit und gekonnter Rationalität. Ein abduktives Experimentieren auf der Suche nach den besten Mitteln, in einer komplexen Welt zu handeln.

Auch eine Ärztin kann sich nicht sicher sein, dass die Operation, die immer nur auf einer groben Abstraktion des komplexen Systems, das der menschliche Körper darstellt, basiert, Erfolg haben wird. Trotzdem erwarten wir, dass sie den Versuch unternimmt. Die epistemische Akzeleration ist nichts anderes als der Versuch, durch eine Beschleunigung des Denkens, also durch die Anwendung aller zur Verfügung stehender Mittel, etwa Bildung von Forschungsgemeinschaften und Verwendung von Computerprogrammen, der Komplexität des Objekts Gesellschaft beizukommen.

Wir können das bestehende kapitalistische System in seiner Funktionsweise theoretisch erfassen und auf der Grundlage dieser Analyse sowie diverser (soziologischer, revolutionstheoretischer, psychologischer) Hilfstheorien eine umfassende Strategie zu seiner Überwindung entwickeln. Die Linke muss aufhören, eine wirklungslose Kleingartenpolitik und eine moralistische Kritik des Bestehenden zu praktizieren — stattdessen muss sie ihr Ziel, die Überwindung des Kapitalismus, als praktisches empirisches Projekt in Angriff nehmen. Das bedeutet konkret Folgendes:

Erstens: Es ist erforderlich, bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse etwa der Sozialpsychologie, der Informatik oder der Kybernetik für das transformative Projekt der Linken nutzbar zu machen. Die prometheische Politik operiert auf der Höhe der Zeit, oder sie kann nicht gewinnen.

Zweitens: Linke müssen anfangen, ihre eigenen Analysen mit Hilfe empirischer Methoden zu testen. Statt in der Tradition bildungsbürgerlicher Schöngeistigkeit jenseits jeder empirischen Basis zu spekulieren, müssen wir in den Bereichen Ökonomie, Soziologie und Psychologie empirische Forschung betreiben, auch und gerade auf die Gefahr hin, dass unsere Hypothesen widerlegt werden. Wir dürfen die empirische Sozialforschung nicht länger als positivistische Wissenschaft verteufeln, vielmehr geht es darum, uns maximalen Einfluss auf die Universitäten zu sichern und methodologisch saubere Studien zu Themen zu initiieren, die für das globale, transformative Projekt der radikalen Linken von Interesse sind. Theoretische Modelle sind Waffen im Kampf für eine bessere Welt, und sie funktionieren nur dann, wenn sie auch richtig sind.

Drittens: Die epistemische Akzeleration als Politik der Antizipation impliziert eine Wiederentdeckung der Zukunft. Vor allem Karl Marx, der in jeglicher Hinsicht als Science-Fiction-Ökonom betrachtet werden muss, ist in dieser Hinsicht Vorbild: bereits vor 1850, und damit noch vor Beginn der ersten massiven Industrialisierungswelle in Kontinentaleuropa, sagte er die Entwicklungen des kommenden Zeitalters voraus. Marx antizipierte das Anwachsen des Proletariats zu einer signifikanten und potenziell revolutionären Klasse, als es noch wenig mehr als eine wachsende Minderheit in einem Meer aus BäuerInnen und HandwerkerInnen war. Er sagte auf der Grundlage seiner Theorie Wirtschaftskrisen voraus, die erst 1873 bzw. 1929 eintraten, also Jahrzehnte später. Er rückte mit Dampfmaschine und Eisenbahn Technologien, die zu seiner Zeit ihren Siegeszug gerade erst antraten, in den Mittelpunkt seiner theoretischen Analyse. Marx sagte die Zukunft voraus und behielt Recht. Wer heute mit der gleichen Methode vorgeht, also bestehende technologische Trends hinsichtlich ihrer zukünftigen ökonomischen und gesellschaftlichen Implikationen untersucht, kommt um eine gewissenhafte Bearbeitung der Themenfelder Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz nicht herum. Gerade hier hat die bestehende Linke in den letzten Dekaden Chancen versäumt, und gerade hier muss eine prometheische Linke Schwerpunkte setzen.

Das Primat der Strategie

Während der Periode zwischen 1905 und 1921 käme es niemandem, egal ob rechts oder links, in den Sinn, die sozialistische Revolution, das vielbeschworene Gespenst des Kommunismus, als eine linke Träumerei abzutun. Die russischen Revolutionen von 1904/1905 und 1917 sowie die deutsche Revolution von 1918/1919 stellten eindrucksvoll zur Schau, dass die Erhebung des urbanen Proletariats eine reale Möglichkeit darstellt. Während dieser turbulenten Epoche führten TheoretikerInnen wie Rosa Luxemburg, Karl Kautsky, Peter Kropotkin, Eduard Bernstein, Lenin und Trotzki intensive und äußerst fruchtbare Strategiedebatten. Revolution und Reform, die Frage nach dem Verhältnis von Partei und Massen, die Bewertung des Mehrheitsprinzips und auch die Gewaltfrage wurden genau analysiert und scharf diskutiert.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dagegen schenkte man strategischen und revolutionstheoretischen Fragen kaum Beachtung — außer am Maoismus orientierte Ideen, denen zufolge die Guerilla die primäre Waffe der Revolution darstellt. Solche von lateinamerikanischen, afrikanischen und südostasiatischen Befreiungsbewegungen abgekupferten Konzepte waren für den Aufbau einer linken Massenbewegung in den urbanisierten Industrienationen natürlich völlig ungeeignet. Prinzipiell können wir konstatieren, dass die westliche Linke strategische Fragen seit Ende des zweiten Weltkrieges schlichtweg ignoriert hat. Diese Tatsache kann durch den Verweis auf die zugegebenermaßen schlechten Aussichten auf revolutionäre Veränderungen unter den Bedingungen von Fordismus und Keynesianismus materialistisch erklärt werden. Dies ändert aber nichts an der fatalen Natur der theoretischen und praktischen Versäumnisse dieser Zeit. Die Mont Pèlerin Society, auf die auch Srnicek und Williams in ihrem Manifest aufmerksam machen, zeigt uns, dass ein politischer Kampf mit Hilfe eines weitsichtigen strategischen Denkens auch unter widrigen Umständen erfolgreich geführt werden kann. Die 1947 durch Friedrich von Hayek gegründete neoliberale Organisation ging die Durchsetzung ihrer politischen Ziele im Gegensatz zur radikalen Linken planvoll und schrittweise an. Genau wie die SozialistInnen konnten auch die Neoliberalen ihr Programm schwerlich umsetzen, solange das keynesianische Modell funktionierte. Doch statt angesichts der schlechten mittelfristigen Aussichten den Mut zu verlieren oder in einen sinnlosen Aktionismus zu verfallen, zogen Hayek und seine Leute die richtigen Schlüsse. Sie antizipierten den Untergang des Fordismus und leisteten 25 Jahre lang institutionelle und intellektuelle Vorarbeit, um dann im richtigen Moment in das entstandene Vakuum zu stoßen und auf die Durchsetzung ihrer Ideen zu drängen. Wenn die Linke den Kampf um die Zukunft unseres Planeten gewinnen will, muss sie sich an einer solchen, langfristig orientierten Praxis ein Beispiel nehmen.

Eine solche Praxis ist bisher nicht entstanden, weil die Linke durch historische Niederlagen — hier seien etwa die erfolgreiche neoliberale Revolution durch Thatcher, Reagan und Schröder sowie der Fall der Sowjetunion genannt — vollkommen demoralisiert ist. Wer angesichts drückender Ohnmachtsgefühle ohnehin jede Hoffnung auf einen Sieg fallen gelassen hat, beschäftigt sich lieber mit moralistischen Reinheitsfragen — wer ist auf dem neuesten Stand der Queer-Theorie, wer hält Israel am konsequentesten die Treue, wer lehnt die kapitalistische Moderne am radikalsten ab — als mit unangenehmen Fragen nach der Wirksamkeit der eigenen politischen Praxis. Die Folge: Ineffizienz, Niederlage, Irrelevanz.

Doch angesichts der wachsenden politischen Instabilität in Europa und den USA sowie der jämmerlichen Situation der gegenwärtigen radikalen Linken stellt sich die alte Lenin'sche Frage Was tun? mit neuer Schärfe. Die Antwort kann nur in der Wiederbelebung des Forschungsfeldes Strategie bestehen. Wie wir bereits im Kapitel über die epistemische Akzeleration gesehen haben, will der Prometheismus dieses Forschungsfeld als empirische Wissenschaft betreiben, deren Zweck in der Entdeckung real vorhandener Zweck-Mittel-Relationen besteht, die durch emanzipatorische Kräfte als Werkzeuge mit dem Ziel der gesellschaftlichen Transformation effektiv eingesetzt werden können. Die von Max Horkheimer so heftig kritisierte instrumentelle Vernunft soll als Waffe gegen das Kapital ins Feld geführt werden.

Die gewöhnlichen Strategien des Marschierens, des Plakatehochhaltens und des Einrichtens vorläufiger autonomer Zonen laufen Gefahr, zum beruhigenden Ersatz für wirkliche Erfolge zu werden. Immerhin tun wir überhaupt was ist der Schlachtruf derer, denen ihr Selbstwertgefühl wichtiger ist als wirksames Handeln. Das einzige Kriterium einer guten Strategie ist aber, ob sie zu merklichem Erfolg führt oder nicht. Wir müssen damit aufhören, bestimmte Handlungstypen zu fetischisieren. Politik muss verstanden werden als Komplex dynamischer Systeme, der von Konflikt, Anpassung, Gegenanpassung und strategischem Wettrüsten zerklüftet ist.

Die Stoßrichtung des prometheischen Programms wird hier unmissverständlich klar: Es geht nicht um die rein symbolische Geste der radikalen Abgrenzung, sondern um wirksames Handeln. Es geht nicht, wie etwa bei den kritischen KritikerInnen in der Tradition von Wertkritik und Frankfurter Schule, um ein Zurschaustellen der eigenen Distanz zu den herrschenden Zuständen, sondern um den Sieg über diese Zustände. Der von Srnicek und Williams verfolgte Ansatz stellt dabei eigentlich nichts anderes als eine Trivialität dar — wer einem russischen General oder einer us-amerikanischen Vorstandsvorsitzenden erklärt, das einzige Kriterium einer guten Strategie sei, ob sie zum Erfolg führe oder nicht, würde wohl für das Rezitieren einer allseits bekannten Binsenweisheit verlacht werden. Die Tatsache, dass eine solche, am empirischen Erfolg orientierte Positionierung überhaupt etwas Besonderes darstellt, ist trauriger Ausdruck erlernter Hilflosigkeit. In Bezug auf strategische Fragen versteckt sich hinter dem Term Linksakzelerationismus die Forderung nach der Wiederaneignung des strategischen, auf einen Sieg abzielenden Denkens des orthodoxen Marxismus.

Srnicek und Williams stellen im Manifest für eine akzelerationistische Politik drei Forderungen auf. Sie drängen erstens auf den Aufbau einer intellektuellen Infrastruktur, deren Ziel in der Entwicklung und Verbreitung theoretischer Erkenntnis bestehen soll. Zweitens müsse sich die Linke darauf konzentrieren, Medien aufzubauen bzw. unter ihre Kontrolle zu bringen. Zuletzt gelte es, Klassenmacht aufzubauen, also erfolgreich in die sozialen Kämpfe zu intervenieren. Auf diese Weise sollen die Macht und das Aktivitätsniveau des Proletariats schrittweise ausgebaut werden. Entscheidend ist dabei, dass all diese Aktivitäten koordiniert durchgeführt werden, auch deshalb, weil ansonsten von einem Primat der Strategie vor der Taktik nicht die Rede sein könnte:

Verschiedene Gruppen und Einzelpersonen arbeiten bereits an all diesen Punkten, aber jeder bleibt für sich allein genommen unzureichend. Notwendig ist die Rückkoppelung der drei Punkte aneinander, in der jeder die aktuelle Verknüpfung so beeinflusst, dass die andern immer wirkungsvoller werden.

Eine solche Koordination ist nur dann möglich, wenn es gelingt, die in der radikalen Linken so verbreitete Fetischisierung von Offenheit, Horizontalität und Inklusion zu überwinden und durch eine effektive Kombination demokratischer und vertikaler Strukturen zu ersetzen. Die erfolgreiche Intervention in soziale Kämpfe, die auf der Grundlage strategischer Erwägungen planvoll ausgewählt werden müssen, setzt Koordination und Verbindlichkeit und somit die Existenz einer zentralisierten transformativen Exekutive voraus. Während grundsätzliche Fragen nach ausgiebiger Diskussion durch basisdemokratische Mehrheitsbeschlüsse zu entscheiden sind, muss die operative Leitung in den Verantwortungsbereich eines jederzeit absetzbaren, vertikal organisierten Apparats fallen. Weil nur eine gut organisierte und professionelle transformative Organisation zur Umsetzung des strategischen Programms des Prometheismus in der Lage ist, ist ihr gewissenhafter Aufbau das erste Ziel einer linksakzelerationistischen Politik der Antizipation.

Niemand hat die Rolle einer solchen Organisation besser bestimmt als Rosa Luxemburg. In Massenstreik, Partei und Gewerkschaften stellt sie fest, dass die sozialen Kämpfe immer durch die Bewegung an der Basis geführt werden. Keine Kaderorganisation kann einen Streik der Beschäftigten eines Krankenhauses oder eine Kampagne für sozialen Wohnungsbau aus dem Nichts herbeizaubern — nur wenn die Menschen selbst aktiv werden, kann die transformative Organisation unterstützend eingreifen. Ihre Aufgabe besteht darin, den Kämpfenden praktische Unterstützung, theoretische Einsicht und taktisch-strategische Führung zur Verfügung zu stellen:

Die Sozialdemokratie ist die aufgeklärteste, klassenbewußteste Vorhut des Proletariats. Sie kann und darf nicht mit verschränkten Armen fatalistisch auf den Eintritt der revolutionären Situation warten, darauf warten, daß jene spontane Volksbewegung vom Himmel fällt. Im Gegenteil, sie muß, wie immer, der Entwicklung der Dinge vorauseilen, sie zu beschleunigen suchen. Dies vermag sie aber nicht dadurch, daß sie zur rechten und unrechten Zeit ins Blaue hinein plötzlich die Losung zu einem Massenstreik ausgibt, sondern vor allem dadurch, daß sie den breitesten proletarischen Schichten den unvermeidlichen Eintritt dieser revolutionären Periode, die dazu führenden inneren sozialen Momente und die politischen Konsequenzen klarmacht. Sollen breiteste proletarische Schichten für eine politische Massenaktion der Sozialdemokratie gewonnen werden und soll umgekehrt die Sozialdemokratie bei einer Massenbewegung die wirkliche Leitung ergreifen und behalten, der ganzen Bewegung im politischen Sinne Herr werden, dann muß sie mit voller Klarheit, Konsequenz und Entschlossenheit die Taktik, die Ziele dem deutschen Proletariat in der Periode der kommenden Kämpfe zu stecken wissen.

Mit Hilfe sukzessiver, erfolgreicher Interventionen in gewerkschaftliche, feministische und demokratische Kämpfe kann eine prometheische Organisation das Kräfteverhältnis zwischen herrschender Klasse und Bevölkerung Schritt für Schritt zu Gunsten der Letzteren verschieben und damit politische Handlungsmacht herstellen. Dabei muss die Frage, wie demokratische Mitbestimmung und praktische Effizienz miteinander vereint werden können, immer wieder neu diskutiert werden — ansonsten drohen autoritärer Bürokratismus oder lähmende Ineffizienz.

Schlusswort

Der Prometheismus ist kein fertiges Rezept, sondern vielmehr ein offenes Programm. Es besteht darin, mit Hilfe wissenschaftlicher Theorien und strategischer Leitlinien auf die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft auf der Höhe der technischen Entwicklung und sozialen Komplexität unserer Zeit hinzuwirken. Mit dieser Feststellung beginnt erst die eigentliche Arbeit.

Auf der intellektuellen Ebene besteht diese Arbeit in der theoretischen Ausarbeitung und empirischen Überprüfung von Analyse und Programm. Wir müssen konkrete Utopien und transformative Konzepte entwerfen und auf diese Weise den Kapitalistischen Realismus unserer Zeit herausfordern. Die Linke kann nur auf der Grundlage eines konkreten und ausformulierten Programms in die Offensive gehen.

Damit dieses Programm verbreitet werden kann, ist der Aufbau einer schlagkräftigen transformativen Organisation notwendig. Eine solche Organisation muss zum einen dazu in der Lage sein, emanzipatorische Inhalte in einer ansprechenden und verständlichen Form multimedial zu verbreiten, und zum anderen die organisatorischen und logistischen Kapazitäten besitzen, die notwendig sind, um streikende Belegschaften, soziale Bewegungen und andere progressive Akteure effektiv zu unterstützen.


Literatur

AVANESSIAN, Armen: #Akzeleration. Merve Verlag. Berlin 2013.

AVANESSIAN, Armen, MACKAY, Robin: #Akzeleration #2. Merve Verlag. Berlin 2014.

LAND, Nick: Fanged Noumena. Collected Writings 1987-2007. Urbanomic. Windsor Quarry 2017.

LUXEMBURG, Rosa: Massenstreik, Partei und Gewerkschaften. Link.

LUXEMBURG, Rosa: Sozialreform oder Revolution? Link.

NEGRI, Antonio: Reflections on the Manifesto for an Accelerationist Politics. Link.

UNSICHTBARES KOMITEE: Der kommende Aufstand. Link.

WILLIAMS, Alex, SRNICEK, Nick: Manifesto for an Accelerationist Politics. Link.



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