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Beyond Borders: Afghanistan

Veröffentlicht in Praxis am 28.05.2017


Anfang Februar diesen Jahres gab die Bundesregierung bekannt, einen Kooperationspakt mit der afghanischen Regierung abgeschlossen zu haben, durch den Abschiebungen nach Afghanistan möglich werden. Als sie zur Umsetzung dieses Paktes aufrief, widersetzten sich einige Bundesländer und führten die Anweisung nicht aus. Gab es dafür vielleicht gute Gründe? Es wird auf höchster Bundesebene gerne von angeblich sicheren Regionen in Afghanistan geredet. In diesen Regionen könne man Menschen ein sicheres Leben zumuten, daher seien Abschiebungen dorthin auch legitim. In der Realität aber sind selbst die sicheren Regionen lebensgefährlich, wie jüngst ein Anschlag auf ein Gebäude des deutschen Konsulats in der Stadt Masar-e Scharif durch die Taliban mittels Autobomben bezeugt, bei dem vier Menschen getötet und über 100 weitere verletzt wurden. Tatsächlich gibt es nicht nur erhebliche Gefahren durch die Taliban, die Schätzungen zufolge ein Drittel des Landes kontrollieren. Auch der Islamische Staat meldete sich in diesem Monat in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, durch einen Terroranschlag in einem Krankenhaus im eigentlich gut gesicherten Diplomatenviertel der Stadt zurück. Zudem operieren in dem Land noch viele kleinere Terrorgruppen, deren Gräueltaten aber neben denen der Taliban oder des IS fast harmlos erscheinen. Doch welche Rolle spielen die Menschenrechte angesichts der Unruhen? Und was erwartet Geflüchtete bei der Rückkehr? Diesen und weiteren Fragen werden wir uns bei einem Vortrag (auf Englisch!) mit anschließender Diskussion widmen.

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